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April – Juni 2010

Hallo Welt!

Die letzten 9 Wochen habe ich in Inde genossen, war sehr viel los, so dass wir immer action hatten.

Im Mai hat sich meine Arbeit geringfuegig geaendert, seitdem bin ich nicht mehr 2 Tage die Woche in der 7./8. Klasse im Englischunterricht, sondern im Colegio, also 9.-12. Klasse. Ich persoenlich komme mit den aelteren Schuelern besser zurecht, schon alleine, weil die klassen kleiner sind (7./8.: 45 Schueler)

Anfang Mai fanden ausserdem die Wandertage der Grundschule und eine Woche spaeter der des Colegios statt.  Mit meinen “alten” Schuelern sind wir  ins ca. 2,5 h entfernte Chulpapampa gelaufen. Gleich zu beginn haben alle gesagt “ ihr kommt niiieemals dort oben an, ihr seid ja viel zu unsportlich” etc.  Und obwohl wir mit der letzten gruppe unten in inde losgelaufen sind, haben wir das feld von hinten aufgerollt und sind mit dem mittelfeld oben angekommen (es war gefuehlte 2000 hoehenmeter hoeher, da es nur steil bergauf ging…). Oben haben sich die schueler kleine huetten aus Aesten und laub und decken gebaut, dann wurde Volleyball, Fussball gespielt, Seilgesprungen und das am Vorabend gekochte Essen ueber dem Lagerfeuer erwaermt und gegessen. Nachmittags gegen 4 Uhr haben wir unsere Lager wieder abgebaut uns sind nach unten gerannt. (Je steiler ein Weg ist, desto schneller wird gerannt, egal ob auf- oder abwaerts; ebene und breite strassen muss man hingegen schleichen!)

In der darauffolgenden Woche ging es dann mit den Colegio-Schuelern nach Llink’u gewandert. Auch da haben sie uns schon von vornherein gesagt, wir kaemen niemals an und der weg waere ja sooo anstrengend…. Haben es aber auch locker geschafft, mit den Bolivianern mitzuhalten (von ihnen sind viele mit Autos hochgefahren) und oben wollten sie uns nicht glauben, dass wir tatsaechlich den ganzen weg zu fuss gegangen sind und oben dann auch noch die kraft hatten, sport zu machen…

Oben angekommen wurde naemlich sofort mit den Exkursion-Olympiaden begonnen. Volleyballfeld abgesteckt und Netz aufgebaut, Fussi gespielt, 100m-Sprint, 3-Bein-Laufen, Sackhuepfen etc. Hab beim 100m-Sprint der Lehrer mitgemacht und gewonnen J Ausserdem hab ich “meine” Klasse, 12 A beim Volleyball unterstuetzt und wir sind diesjaehriger Meister geworden. Nebenbei haben wri auch wieder gegessen und ganz viel Spàss gehabt. War ein sehr schoener Tag. Am Ende wurde aus jeder Klasse der “authentischste Wanderer” gewaehlt J

Am 27. Mai wird in Bolivien immer Muttertag gefeiert, und bei jeder Feier entfaellt ein Unterrichtstag und es wird in der Aula ein buntes Programm aus Taenzen, Gesaengen und Gedichten veranstaltet.

Mit den Kindergartenkindern haben wir natuerlich fuer die Mamas was gebastelt, und ausserdem einen Tanz mit den Kindern einstudiert, der sehr suess war und auch wir profesoras haben getanzt. Als zukùenftige Muetter wurde uns auch fleissig gratuliert und wri wurden, wie es hier ueblich ist, kraeftig mit konfetti ueberschuettet.

Am gleichen Tag ist die Sr. Verena Nachmittags nach Cocha gefahren, da sie eine Augenoperation hatte, die aber zum Glueck gut ausgegangen ist!

Im Mai hat ausserdem  ein Basketball-Tunier begonnen, bei dem ich natuerlich teilnehme J Bisher befinden wir uns auf dem 3. Platz von 9 Frauen-Mannschaften, allerdings fehle ich jetzt leider fuer die letzten 2 Spiele und dann evtl. Fuers Finale …

Fuer ein Wochenende durften die Internatskinder auch wieder in ihre Haeuser gehen. Den Kommentar von einem der wenigen, die in Inde geblieben sind, fand ich relativ heftig “ Ich bleibe hier, denn in meinem Haus gibts nicht so viel zu Essen”

Am 31. Mai war der Geburtstag der Sr. Verena. Wir sollten ein Plakat machen, leider haben uns die Mitarbeiter verarscht und gesagt, sie wird 78…. Wurde sie nicht, sondern 77…. Das war ein bisschen peinlich, aber ok.

Morgens um 7 stand bereits das Blasorchester der Schule in unserem hof und hat ein Geburtstagsstaendchen gespielt und es gab fuer (uns) lehrer gleich einen Schnaps auf nuechternen Magen J. Mittags wurde ein extra Festmahl gekocht und Abends dann noch im living gefeiert.

Am Pfingstmontag haben wir mit den Internatsschuelern einen Halbtagesausflug gemacht. Ich bin mit einer Gruppe von fuenfzehn 8-11-jaehrigen Maedchen nach dem Mittagessen losgezogen nach Salviani, einen ca. 1-stuendig entfernten Ort. Haben uns Getraenke, Brot und Mandarinen mitgenommen, sind hochgelaufen, haben dort Fussball, Volleyball, “der Fuchs geht um”, zublinseln, Katz und maus etc etc. Gespielt, gegessen und sind dann wieder runtergelaufen. War sehr suess mit den Maedels und war ein sehr schoener Nachmittag!

Insgesamt gefaellt es mir sehr gut, fuehle mich sehr wohl und habe die (meisten) Kinder voll ins Herz geschlossen, sowohl im Kindergarten, als auch die Internen und meine Englisch-Schueler.

Es gibt allerdings immer mal wieder rueckschlaege, z.b. wenn man voellig grundlos von irgendwelchen Kindern (der anderen Schule) hoert, Deutschland sei haesslich, wir sollen bei der WM verlieren und wenn in einem unfreundlichen Tonfall “gringa” nachgerufen wird. In solchen Momenten frage ich mich immer, ob ich hier ein Leben lang bleiben koennte, da die Menschen niemals ueber die andere Hautfarbe hinweg sehen koennen und ich nie richtig dazugehoeren wuerde… Ich habe das Gefuehl, dass von verschiedenen Personen (-gruppen) auch bewusst aufgegriffen und in diese Richtung gehetzt wird, denn von den Leuten, die mich kennen, kommt so etwas nicht. Von unseren Kindergartenkindern habe ich niemals etwas in dieser art gehoert und ich kann mir nicht vorstellen, dass 3-6-jaehrige Kinder sich selbst so etwas ausdenken… Das finde ich schade…

An Fronleichnam haben hier in Inde die Lehrer-Olympiaden begonnen, zu denen aus ganz Ayopaya die Lehrer der verschiedenen Schulen angereisst kamen um sich in Fussball, Futsal, Basket- und Volleyball, Sprint, Halbmarathon, Weitsprung, raceta  und schwimmen (was aber aufgrund des schlechten wetters ausgefallen ist) zu messen. Von Donnerstag bis Sonntag war ich nur am hin- und herpendeln zwischen den verschiedenen sportplaetzen und –hallen. Am Sonntag Abend war dann die Siegerehrung und unsere Schule hab abgeraeumt, bis auf 1 Disziplin haben wir alle 1. Plaetze inne in den Sportspielen und in den anderen Disziplinen sind wir immer auf dem Treppchen J

Nach der Siegerehrung wurde dann in der Evo-halle noch getanzt, es kamen cholitas, die gesungen haben… und es gab mal wieder stromausfall J

Die woche drauf fanden dann die Schueler-Olympiaden statt, wozu wieder hunderte von schuelern aus ganz Ayopaya angereisst kamen. Hier haben wir leider nicht so gut abgeschnitten wie mit den lehrern, wobei wir trotztdem die meisten Pokale gewonnen und die meisten ersten plaetze gemacht haben.

Zum einen die “Feria de la Chirimoya y frutas tropicales” am Wochenende des 1. Mai.

Am Samstag Abend waren 2 bands in Inde, die auf der Plaza gespielt haben – Sacambaya und Ayopayamanta, dazu wurde auch getanzt und danach sind wir in die Karaoke gegangen, die total voll war, da anlaesslich dieses Wochenendes total viele Leute aus Cocha und sonstiger Umgebung gekommen sind. Sonntags war morgens dann Markt, riessengross, wo v.a. Avocados und eben Chirimoya und sonstige Fruechte verkauft wurden. Ausserdem fand noch ein Moto-Wettbewerb statt. Nachmittags sind Cholitas auf der Plaza aufgetreten und haben gesungen…

Abends fand in der Kapelle am Ortseingang (Cruz loma) erst ein Gottesdienst statt udn danach wurde auf der Strasse zu traditioneller Musik getanzt J

Montags fand dann in der Kapelle nochmal eine kurze Andacht statt und danach mussten die Ausrichter des Fests trinkend durch ca 20 geschmueckte Torboegen durchtanzen… War total viiel los, aber hab jetzt nicht die zeit, das genauer alles zu beschreiben J Aber die Chicha und der Schnaps die ausgeschenkt wurden, waren sehr lecker J

Dann hab ich noch den Ausflug mit der Schwester Verena zum Sacambaya vergessen.

Ca. 3 Stunden mit dem Auto von Inde weg fliessen in der gleichnamigen Region 3 Fluesse zum Sacambaya zusammen. Mit Eli, Lukas (Micha war noch im Urlaub), der Schwester und 2 weiteren Bolivianern sind wir morgens losgefahren. Auf dem Weg mussten wir erst auf Fast 4000 meter hochfahren und dann auf 1800 meter runter. Dort sind wir erst mit dem auto durch den fluss gefahren, haben dann ein picknick gemacht und sind dann zu Fuss zu alten Ruinen aus der Tiwanaku-Zeit gelaufen. Mussten 3x den Fluss ueberqueren- also Schuhe ausziehen, Hose hochkrempeln (was nichts gebracht hat, da das wasser bis mitte Oberschenkel ging) und zu Fuss durch. Dann schuhe wieder an und durch Gestruepp zu der alten Festungsmauer vorgekaempft. Leider ist schon sehr viel zerstoert Worden und es wird auch ueberhaupt nicht geschuetzt… Das wenige das noch erhalten ist, ist allerdings noch sehr schoen.

Dann ist uns ein Mann in Unterhosen entgegengerannt gekommen und hat gemeint, sein Auto waere im Fluss am ertrinken… Also sind wir schnell zurueck gerannt (nochmal durch die fluesse durch) und haben unser auto geholt und seins herausgezogen. War etwas schwierig, da weder er noch wir ein Abschleppseil dabei hatten… Die 2 Maenner haben dann die Tueren ihres Autos aufgemacht und dann kam erst mal 2 Minuten nur wasser rausgelaufen… :-/

War aber sehr schoen, die Landschaft ist einfach nur toll und das Klima tropisch.

 Der Lehrertag:

Letzten Dienstag haben die Schueler sich um halb 4 Nachts zusammengetan, das Blasorchester beider Schulen hat gespielt und so sind sie durchs Dorf gezogen und haben alle Lehrer ausm Bett geholt. Zu uns sind sie auch gekommen (dreiviertel 5), also mussten wir uns schnell anziehen und wurden gleich mit einem glass heisser Milch – mit Schuss  – begruesst und sind zur Plaza runtergegangen und getanzt haben.

Dann gings mit Band und tanzend zur schule hoch, wo die schueler schon heissen kaffee udn empanadas vorbereitet hatten und dort ist der morgen dann gemuetlich ausgeklungen- um 7 uhr. Dann haben wir uns nochmal fuer 2 stunden ins bett gelegt und sind um 9 uhr wieder zur schule, wo wieder hora civica war – also ein Programm aus Taenzen und Gedichten vorgefuehrt wurde.

Ein sehr schoener Vormittag, Nachmittags musste dann der Schlaf nachgeholt werden J

Liebe Gruesse J